Schule hilft Schule |
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Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrer fragten sich, wie wir helfen können. Bald war klar, dass wir eine Spendenaktion starten. Dabei wäre es sinnvoll, eine Schule zu finden, die direkt vom Hochwasser betroffen war. Die Mittelschule Schmiedeberg ist ein solche Schule (siehe Situationsbericht). Viele unserer Klassen beteiligten sich aktiv. Bis zu Beginn der Herbstferien sammelten wir insgesamt 650,16 €.
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Dieses Geld überreichte Herr Nestler am 01.10.2002 der Schulleitung der Mittelschule Schmiedeberg. Gekauft wird davon hauptsächlich Unterrichtsausstattung für die Technikräume. In diesen Räumen stand das Wasser bis zur Decke. |
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Schulleiterin Frau Zenker und ihre Stellvertreterin nehmen die Spende entgegen. |
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Ein herzliches Dankeschön von Frau Zenker, der Schulleiterin, in Namen der gesamten Mittelschule an alle, die sich an dieser Spendenaktion beteiligt haben! |
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Situationsbericht der Mittelschule Schmiedeberg |
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Am Montag,
dem 12.08.02 regnete es besonders stark. Zunächst war alles ganz
normal. Die Weißeritz nahm die Wassermassen auf und füllte sich. Gegen
10.00Uhr war der sonst ruhig dahinplätschernde Bach ein reißender
Fluss. Das ist bei starken Regenfällen auch normal. Aber es hörte
nicht auf zu regnen und immer mehr Wassermassen ließen den Pegel der
Weißeritz weiter steigen. Um 11.00Uhr war das Flussbett völlig mit
Wasser gefüllt und ein starkes Brausen der Wassermassen war zu hören.
Bedenklich schauten die Lehrer und Schüler auf die an der Schule
vorbeifließende Weißeritz. Es wurde allen klar, wenn die Weißeritz
über die Ufer tritt, gibt es für die meisten Schüler, die aus 13
verschiedenen Orten kommen, keinen Weg nach Hause. Schnell wurde
gehandelt. Der Unterricht wurde sofort beendet, der Kraftverkehr
informiert, damit die Busse bereitstehen, und die Schüler zu den
Bushaltestellen gebracht. Mittlerweile war die Weißeritz an einigen
Stellen über das Ufer getreten und die Brücke, die direkt zur
Bushaltestelle führte, war nicht mehr begehbar. Über Umwege erreichten
alle die Bushaltestellen und der Transport war für die meisten der
Schüler gesichert. Einige Schüler informierten ihre Eltern und wurden
abgeholt. Doch nicht alle erreichten ihre Wohnung und mussten bei
Freunden oder bei Lehrern, die im Ort wohnen, bleiben. Innerhalb kurzer
Zeit hatte sich die Weißeritz in einen breiten Strom verwandelt und
konnte nicht mehr überquert werden. Sie teilte den Ort Schmiedeberg und
begann ihr zerstörerisches Werk. Häuser brachen zusammen, Brücken
wurden weggerissen, Bäume und Masten kippten in den nun schon mehr als
20m breiten Fluss. Alles
was in seinem Lauf war verschwand. |
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Die Pöbel, sonst ein
kleiner Dorfbach fließt in die Weißeritz. |
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Auch unsere
Mittelschule wurde Opfer der Wasserflut. Das Wasser drückte die Fenster
ein und ergoss sich mit all seinen Müll und Schlamm in die untere Etage
des Gebäudes. Der Technikraum, die Werkenräume, Vorbereitungs- und
Abstellräume sowie die Heizung wurden überflutet. Alle Materialien,
elektrische Anlagen und Mobiliar wurden unbrauchbar. Am Dienstag
nachmittag ließ der Regen endlich nach. Mehr als 400
l/m³ Wasser waren gefallen. Schmiedeberg war nicht mehr
erreichbar. Die Straße B170 konnte nicht mehr befahren werden, weil
Teile der Straße und Brücken
fehlten. Der Ort war von der Außenwelt abgeschnitten. Die
Weißeritz und andere kleine Bäche hatten sich ein neues Flussbett
gesucht, weil das alte mit Geröll und Hausrat verstopft war. Die
Strom-, Wasser-, und Gasversorgung funktionierten nicht mehr. Als die
Wassermassen sich langsam zurückzogen, konnte man die Schule auf
beschwerlichem Weg erreichen. |
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Die Feuerwehrfahrzeuge fahren auf der Bundesstraße 170, dahinter fließt eigentlich die rote Weißeritz, im Hintergrund ist die Schule zu sehen. |
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Irgendwie
wurden Schüler, Eltern und Lehrer über den Zustand der Schule
informiert. Viele kamen in den darauf folgenden Tagen mit Schaufel,
Schubkarre und Eimer und beseitigten die enormen Schlammmassen. Es wurde
versucht Einrichtungsgegenstände zu retten. Unterrichtsmaterialien
wurden mit Weißeritzwasser (anderes Wasser gab es nicht) gewaschen.
Doch oft vergeblich. Sie konnten nur noch dem Müll zugeführt werden.
Bis zum Freitag türmten sich die Müllberge über den ganzen Schulhof
und vor dem Schulhaus. Um nicht im Müll zu ersticken, da Fahrzeuge
nicht zur Schule gelangen konnten, wurden brennbarere Materialien
verbrannt.
Bis zum
Sonntag erfolgten durch die Lehrer, großen Schüler und einigen Eltern
die Reinigungs- und Aufräumarbeiten. Wasser und Gas gab es immer noch
nicht, die Heizung ist kaputt, so dass es kein warmes Wasser gibt. Am
Montag erfolgte dann der Wasseranschluss und alles was als brauchbar
eingestuft wurde, musste nochmals gewaschen und desinfiziert werden.
Nochmals mussten viele Dinge als unbrauchbar eingestuft werden, so dass
kaum noch Materialien und Inventar zur Verfügung steht. Mittlerweile arbeiteten Feuerwehr, technisches Hilfswerk und andere an der Herstellung der Zufahrtswege. Notdürftige Buslinien wurden geprüft und konnten erstmals am Montag, dem 24.8. befahren werden. So begann der Unterricht wieder an unserer Schule. |
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Im Speiseraum wurde ein Werkraum eingerichtet, leider ohne Werkzeuge und Material zum bearbeiten und mit geliehenen Bänken. |
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Der
Speiseraum ist nun viel |
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Doch noch
immer ist es nicht allen Schülern möglich, die Schule zu erreichen.
Die Schüler müssen nun versuchen einen Teil der Aufgaben im
Selbststudium zu Hause erledigen.
Für mehrere Wochen wird der Schulweg der Schüler durch viele
Baustellen beschwerlich und gefährlich sein. |
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Diese zwei
Wochen veränderte unseren Schulalltag gravierend. Viele neue Dinge
müssen beachtet werden, nur durch gemeinsames Handeln ist ein relativ
normaler Schulbetrieb möglich. Erfreulich für uns war die enorme
Hilfe, die wir bei den Aufräumungsarbeiten erleben durften. Ehemalige
Schüler, Schmiedeberger Einwohner, Schüler, die uns sonst manchmal das
Leben schwer gemacht haben, sind ganz fleißig gewesen. Nun stehen
wieder neue Aufgaben vor uns, nämlich die Koordinierung der
Hilfsmaßnahmen. Wir
bedanken uns bei allen, die mit ihren Worten, Taten, materiellen und
finanziellen Dingen uns geholfen haben oder uns helfen werden. |
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